PETER
VOITHOFER

Wie Firmen die 2. Halbzeit erfolgreich meistern

Die Reifephase bringt für Unternehmer und Unternehmerinnen andere, aber nicht weniger Herausforderungen als die Startup-Phase.

Dass bei „echten“ Start-ups die Drop-out-Quote sehr hoch ist, weiß man. Typischerweise übersteht auch nur jedes zweite neugeründete Unternehmen die ersten fünf Jahre seines Bestehens (bei start ups ist deren Anteil deutlich geringer). Wenig bekannt ist hingegen, dass gerade einmal elf Prozent der Firmen in Österreich älter als 30 Jahre werden. Das heißt, dass auch nach der Gründungs- und Wachstumsphase viele Unternehmen schließen oder schließen.

58,1 Prozent der Firmen unter 10 Jahre

Insgesamt gibt es in Österreich knapp 360.000 Unternehmen der „marktorientierten Wirtschaft“ zugeordnet. Eine aktuelle Analyse, die auf Daten des KSV1870 für das Jahr 2020 basiert, zeigt, dass von diesen Unternehmen fast ein Drittel jünger als drei Jahre ist. Ganz genau sind es 28,2 Prozent der Unternehmen, die der Altersgruppe 0 bis 3 Jahre zugeordnet werden. In der Altersgruppe 4 bis 5 finden sich 10,7 Prozent der Unternehmen und in der Altersgruppe 6 bis 10 sind es 19,2 Prozent. Zusammen sind das 58,1 Prozent.

Das heißt, mehr als die Hälfte aller Unternehmen der marktorientierten Wirtschaft in Österreich ist nicht älter als zehn Jahre. Zu den besonders „jungen“ Branchen zählen der Handel, der Bereich Information und Kommunikation (ITK) sowie die Gastronomie, während in der Energieversorgung, aber auch in der Hotellerie der Anteil der Unternehmen, die jünger als 10 Jahre sind, unterdurchschnittlich ist.

Bei der Zahl der Schließungen dominieren erwartungsgemäß junge Unternehmen: 31,5 Prozent aller Unternehmen in Österreich schließen in den ersten drei Jahren, bis zum 5. Bestehensjahr kommen weitere 12,8 Prozent dazu. Dass die Drop-out-Quote zwischen dem 6. und dem 10. Jahr des Bestehens auf fast 20 Prozent hochschnellt (exakt sind es 19,6 Prozent) überrascht hingegen. Erst danach flacht die Kurve kontinuierlich ab, dennoch werden 91,9 Prozent der Unternehmen, die geschlossen werden, nicht älter als 30 Jahre.

Unternehmerische Routine als Gefahr

Was aber sind die Gründe, dass derart viele Unternehmen nach der Gründungs- und Wachstumsphase schließen? Gemeinhin würde man annehmen, dass zu diesem Zeitpunkt die großen Hürden und Gefahren bereits überwunden sind. Offensichtlich bringen der unternehmerische Alltag und eine sich einschleichende Routine neue und andere Risiken …

Die Corona Pandemie hat klar deutlich gemacht, wie schnell sich Rahmenbedingungen ändern können. Aber auch die Globalisierung und die Digitalisierung sorgen dafür, dass sich Märkte heute rascher verändern und Kunden flexibler geworden sind.

Dazu kommt, dass die Reifephase von Unternehmen neue Herausforderungen bringt: Wie kann die Wettbewerbsfähigkeit abgesichert werden? Wie zukunftsfit ist die personelle Struktur des Unternehmens? Wie will man wachsen? Fragen wie die Gründung oder der Erwerb eines weiteren Unternehmens, Nachfolge oder Verkauf und die eigene finanzielle Vorsorge stellen sich für Unternehmer und Unternehmerinnen erst in dieser „2. Halbzeit des Unternehmertums“.

Initiative „HALBZEIT2“

Um auch die Reifephase erfolgreich zu meistern, ist es daher wichtig, das eigene Geschäftsmodell und auch das Unternehmen weiterzuentwickeln. Oder, um in der Analogie des Sports zu bleiben: Wer in der 2. Halbzeit nur danach trachtet, das Ergebnis „zu verwalten“, läuft Gefahr, von einer plötzlichen Änderung des Spielverlaufs kalt erwischt zu werden.

Da man als Unternehmer oder Unternehmerin mit vielen Herausforderungen, die sich in der Reifephase stellen, erstmals und zumeist nur einmal konfrontiert ist, empfiehlt es sich, externe Unterstützung in Form einer professionellen Unternehmensberatung beizuziehen. Neben der spezifischen Expertise und Erfahrung sorgt diese auch für neue Impulse, die beitragen, das Geschäftsmodell zu optimieren und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Die Initiative „HALBZEIT2“ wurde für Klein- und Mittelbetriebe sowie inhabergeführte (Familien)Unternehmen entwickelt, um diese mit neuen Impulsen in ihrer Reifephase zu unterstützen. Informationen und einen 3-Schritte-Leitfaden, was Sie als Unternehmer und Unternehmerin selbst tun können, finden Sie HIER.

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