PETER
VOITHOFER

Ursachen von Unternehmenskrisen und deren Lösung

123RF

Eine grundsätzliche Offenheit für Veränderungen und eine finanzielle Grundsicherung sind häufig entscheidend, ob Unternehmen in Schieflage geraten.

Unternehmen in der Krise haben es derzeit einfach: Entweder ist das Klima schuld oder Corona – kann man zumindest behaupten. Fakt ist jedoch, dass derartige Ereignisse selten und wenn nur teilweise Auslöser einer Unternehmenskrise sind. Vielmehr sind Krisen (fast) immer auch hausgemacht, weil Unternehmen nichts mehr unternehmen oder die finanziellen „Basics“ vernachlässigt haben.

Typische Auslöser für Unternehmenskrisen

Der Leitfaden zum Erkennen von Unternehmenskrisen, herausgegeben von der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, unterscheidet zwischen exogenen und endogenen Krisen.

Exogene Krisen sind auf das Umfeld und die äußeren Rahmenbedingungen zurückzuführen. Außer Pandemien und Naturkatastrophen sind typische Auslöser Faktoren abrupte Wechselkursänderungen, steigende Rohstoffpreise, große Forderungsausfälle oder die Insolvenz eines wichtigen Kunden. Auch der Markteintritt eines neuen Mitbewerbers, neue Technologien oder Substitutionsprodukte können zu einer signifikanten Veränderung der Markt- und Wettbewerbsbedingungen führen.

Endogene Krisen sind auf unternehmensinterne Defizite zurückzuführen, die nicht erkannt werde oder die man sich nicht eingestehen möchte. Aber auch eine verspätete Reaktion auf Anzeichen einer exogenen Krise lösen eine endogene Krise aus. Die typischen Faktoren einer endogenen Krise sind entsprechend Managementschwächen, fehlende Planung, falsches Controlling oder Kostenmanagement. Aber auch Mängel in der Effizienz und strategische Defizite sind hausgemachte Faktoren einer Unternehmenskrise.

Diese „Megatrends“ bringen Veränderung

Besonders schlagend werden diese Faktoren in Zeiten rascher und tiefgreifender Veränderungen wie derzeit. Folgende Megatrends sind dafür verantwortlich. Neben Herausforderungen sind mit diesen gleichzeitig auch Chancen verbunden:

  • Demografischer Wandel: Bedingt durch eine hohe Lebenserwartung und eine niedrige Geburtenrate steigt der Anteil der älteren Generation. Mehr alte und weniger junge Menschen - kann fehlende junge Fachkräfte heißen oder eine neue Kundenschicht;
  • Globalisierung: Die weitreichende Internationalisierung der Wirtschaft schafft Abhängigkeiten von Lieferketten und bringt mehr Wettbewerb – insbesondere in Verbindung mit der Digitalisierung eröffnet sie aber auch KMU globale Märkte;
  • Digitalisierung: Die Technologisierung aller Bereiche unserer Gesellschaft wurde durch die Corona-Pandemie massiv beschleunigt und hat großen Einfluss auf unser Konsumverhalten, aber auch darauf wie wir arbeiten
  • Nachhaltigkeit: Ob es die SDGs (Sustainable Development Goals oder kurz #GlobalGoals) der Vereinten Nationen oder der Green Deal der EU ist – Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz, aber auch soziale Mindeststandards schaffen neue Markt- und Wettbewerbsbedingungen
  • Covid 19: Was bleibt von der Corona-Pandemie? Die langfristigen Folgen sind heute noch nicht absehbar. Es ist aber anzunehmen, dass Entwicklungen wie Cocooning oder Homeoffice gekommen sind, um zu bleiben.

Zwei Erfolgsfaktoren gegen Unternehmenskrisen

Keine dieser Veränderungen kann isoliert betrachtet oder ausgeblendet werden. Und sie betreffen auch alle Unternehmen, egal wie groß oder klein. Umso wichtiger ist es daher, dass diese insgesamt ihre Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit, sprich ihre Resilienz, stärken. Und auch wenn es im Detail um Dimensionen und Kriterien geht, führt der Weg zu unternehmerischer Resilienz über zwei erfolgsentscheidende Faktoren: Offenheit für Veränderungen und eine finanzielle Grundausstattung.

Offenheit für Veränderung oder ein „open mindset“ heißt, das Unternehmen bereit sind, Veränderungen anzunehmen und sich anzupassen. Eigentlich eine unternehmerische Grundtugend. Erfolg oder Saturiertheit bringen jedoch mit sich, dass die Bereitschaft zur Veränderung sinkt. Aber auch der Umstand, dass Entwicklungen im Umfeld immer rascher passieren, kann dazu führen, erst recht im Tagesgeschäft zu verharren.

Einer finanziellen Grundausstattung bedarf es, um im Falle einer Krise agil zu bleiben. Aber auch hier sind es „unternehmerischen Basics“ wie eine gesunde Eigenkapitalquote, ausreichend liquide Mittel oder ein nicht komplett ausgeschöpfter Kreditrahmen, die erfolgreiche Unternehmen ebenso in guten Zeiten auszeichnen. Schließlich können sich nicht nur Krisen kurzfristig auftun, sondern auch Chancen plötzlich auftauchen.

Wenn Sie mehr über unternehmerische Resilienz erfahren wollen oder anhand welcher neun Indikatoren, die Resilienz Ihres Unternehmens festgestellt werden kann, lesen Sie bitte weiter HIER.

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