PETER
VOITHOFER

Stärken Sie die Abwehrkräfte Ihres Unternehmens!

123RF

Warum jetzt alle von Resilienz reden und warum Sie trotzdem das Augenmerk auf die Widerstands- und Anpassungsfähigkeit Ihres Unternehmens richten sollten.

Was sind die großen Lehren aus der Krise? Erstens, die Zukunft liegt in der Nachhaltigkeit. Zweitens, wir müssen unsere Resilienz stärken. Genaugenommen ist keiner der beiden Themen wirklich neu. Die Nachhaltigkeit kommt bekanntermaßen aus der Forstwirtschaft und wurde vor mehr als 300 Jahren von Hans Carl von Carlowitz erstmals erwähnt.

Bei der Resilienz verhält es sich ähnlich. Der Begriff stammt aus der Psychologie und wurde in den 1950er Jahren von Jack Block geprägt, der damit den Prozess beschrieb, in dem Kleinkinder auf Druck und Veränderungen mit einer Verhaltensanpassung reagieren.

Worum geht es bei unternehmerischer Resilienz?

Druck und Veränderungen erleben auch Unternehmen und das permanent. COVID-19 und davor die Finanzkrise 2008/2009 haben deren Resilienz aber verstärkt zum Thema gemacht. Aber was ist eine Krise für ein Unternehmen? Im Leitfaden zum Erkennen von Unternehmenskrisen der Kammer der Wirtschaftstreuhänder wird Krise als „Phase der Diskontinuität in der Entwicklung eines Unternehmens“ definiert, die „eine substanzielle Gefährdung des Unternehmensfortbestands darstellt und durch die Unbestimmtheit ihres Ausgangs charakterisiert wird.“

Damit einhergehen einige negative Aspekte. Man kann sich nicht bzw. nur eingeschränkt auf Krisen vorbereiten, meist kommen sie zur falschen Zeit, sie erschüttern Routinen und Auswege sind mit Unsicherheiten und Risiken verbunden. Dem gegenüber steht, dass jede Krise bekanntlich eine Chance ist. In einem sich verändernden Markt entstehen unternehmerische Potenziale und ein Wandel, der schon davor angelegt war, wird beschleunigt.

Um fit für Chancen, aber gewappnet gegen Risiken zu sein, brauchen Unternehmen daher zwei Dinge:

  • Widerstandsfähigkeit in Form unternehmensinterner Ressourcen zur Bewältigung der herausfordernden Situation sowie
  • Anpassungsfähigkeit, um rasch und flexibel auf Veränderungen zu reagieren.

Kriterien und Dimensionen von Resilienz

Wie groß ein Unternehmen ist, ist für dessen Resilienz nachrangig, diese wächst jedoch mit zunehmender Unternehmensgröße. Unternehmen in der Gründung- und in einer Wendephase sind jedenfalls krisengefährdeter. Eher im Nachteil sind Unternehmen mit  austauschbaren Produkten oder Dienstleistungen sowie Unternehmen in einem umkämpften Markt. Hingegen haben Unternehmen mit einer besonderen Kompetenz (einem USP) unabhängig von ihrer Größe eine höhere Resilienz. Eine wichtige Rolle für die unternehmerische Resilienz spielt zudem die Denkweise. Wie offen ist der „Mindset“ eines Unternehmens für Veränderungen?

Zentral ist jedenfalls die finanzielle Ausstattung und damit die betriebswirtschaftliche Resilienz. So konnte in der aktuellen Studie „Resilienz und Relokalisierung – Wie KMU Krisen besser bewältigen können" festgestellt werden, dass ein signifikanter Zusammenhang besteht, „zwischen dem wirtschaftlichen Erfolg vor der Covid-19 Krise und der Betroffenheit bzw. den Umsatzverlusten in der Krise.“ (Die Studie wurde im Frühjahr 2021 vom Economica Institut für Wirtschaftsforschung im Auftrag des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort durchgeführt und steht online als pdf zur Verfügung.)

Machen Sie den Resilienz-Check!

Daraus lässt sich erkennen, dass Resilienz sich nicht nur auf einen Aspekt beschränkt. Und die Resilienz in einer oder auch in mehreren unternehmerischen Dimensionen schützt nicht vor einer Gefährdung in anderen Bereichen. Die gute Nachricht: Aus den Dimensionen und Kriterien von Resilienz lassen sich Indikatoren ableiten, die einen einfachen ersten Resilienz-Check erlauben. Mit folgenden Indikatoren lässt sich die Resilienz Ihres Unternehmens ermitteln:

1. Indikatoren für die Widerstandsfähigkeit

  • Im Vergleich zu Ihren Wettbewerbern ein höhere Eigenkapitalquote
  • Ausreichend Eigenkapital zur Bewältigung eines denkbaren „Stresszenarios“
  • Höhe der liquiden Mittel (und freier Finanzierungslinien) als Puffer bei Umsatzrückgängen
  • niedriger Fixkostenanteil (variable Kosten können bei Umsatzausfällen schneller reduziert werden)
  • (Führungs-) Qualität des Managements und leitenden Angestellten

2. Indikatoren für die Anpassungsfähigkeit

  • Im Vergleich zu Ihren Wettbewerbern ein höherer Stammkundenanteil
  • Agilität der Organisation– etablieren von Frühwarnsystemen bei Zielabweichungen
  • „New Work“ – Gestaltung von Arbeitsplätzen und -bereichen (Home Office, digitale Kollaborationsmodelle), partizipativer Führungsstil
  • Mehrere „Standbeine“ der Unternehmenstätigkeit – Kompensationsmöglichkeit von Umsatzrückgängen
  • Lieferketten – dezentraler gestalten um Abhängigkeiten zu reduzieren.

Für weitere Informationen und ein Gespräch wie Sie Ihre unternehmerische Resilienz steigern können, stehe ich bei Interesse gerne zur Verfügung: p.voithofer@voithofer.cc.

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