PETER
VOITHOFER

Die nächste Normalität

123RF

Zwei Jahre lang dominierte das Thema Corona die Wirtschaft und das alltägliche Leben der Österreicher:innen –  nicht ohne Spuren zu hinterlassen. Dies gilt insbesondere für Wirtschaftstreibende.

Sind die beiden vergangenen Jahre deshalb verlorene Jahre? Ich meine, Nein. Uns steht zwar kein Weg zurück in die frühere Normalität bevor. Aber, ein Weg in die neue Realität, in die nächste Normalität. Von künftigen, eventuellen (pandemiebedingten) Beschränkungen von außen sollte man sich nicht länger paralysieren lassen, sondern sich diesen (pro-)aktiv gegenüberstellen

Zeit des Abwartens ist vorbei

Nun gilt es strukturell am Unternehmen zu arbeiten. Denn weitere Wellen sind nicht ausgeschlossen. Die Ärmel hochzukrempeln darf jedoch nicht mit hektischer, operativer Betriebsamkeit verwechselt werden. Der strategische Weitblick muss geschärft werden – und dies vor allem im Hinblick auf die Geschäftsbeziehungen.

Eine der wichtigsten Fragen für die kommenden Monate und Jahre wird sein: Welche meiner Kundengruppen werden sich wie entwickeln, wovon wird ihr Verhalten nachhaltig geprägt sein? Man muss die Zahlen – und die Strategien, die man gewählt hat – in Relation zu 2019 und davor stellen. Was hat sich verändert? Wird diese Entwicklung voraussichtlich anhalten?

Betrachtet man beispielsweise den Einzelhandel, so zeigt sich, dass sich einzelne Segmente sehr unterschiedlich entwickelt haben. Während Drogerie- und Heimwerkermärkte zu den Gewinnern gehören, hat der Bereich Mode stark gelitten. Aber so pauschal lässt sich dies nicht sagen. Denn es kam auch innerhalb der Teilbereiche – in Abhängigkeit von Standort und Geschäftsmodell – zu starken Unterschieden.

Mental umdenken

Das Stimmungsbild grundsätzlich ist erfreulich: Für 2022 ist zu erwarten, dass der private Konsum anzieht, die Wirtschaftsleistung erstarkt. Die Teuerungsrate befindet sich jedoch im Jahresmittel auf dem höchsten Stand seit langem und wird durch die aktuelle Ukraine Krise wohl weiter Fahrt aufnehmen Höhere Vorleistungskosten, Stabilität der Lieferketten sowie Materialverfügbarkeit und damit einhergehend die Zahlungsströme … Das ist das Spannungsfeld, in dem sich Unternehmer befinden.

Für diese Faktoren gibt es keine Pauschalantwort. Den Schalter umlegen müssen wir auf jeden Fall mental. Wir müssen umdenken: Weg von Angst und Sorge hin zu Chancen und Möglichkeiten.

Wichtige Überlegungen dabei sind:

  • Wie kann man gewährleisten, dass der Betrieb weniger Einschränkungen erleidet, selbst wenn Einschränkungen überbetrieblicher Natur nicht ausgeschlossen werden können?
  • Wie lassen sich Aufträge frühzeitig, bereits jetzt, für Herbst und Winter sichern?
  • Welche neuen Angebote lassen sich schnüren, um neue Kundengruppen anzusprechen?

Präsenz und Flagge zeigen

Last but not least, muss man – im Rahmen der jeweiligen gesetzlichen Vorgaben – wieder aktiv hinausgehen, auch wenn man es sich im virtuellen Raum bequem gemacht hat. Der persönliche Kontakt zu Stammkunden und bewährten Partnern kann langfristig nicht durch Besprechungen via Zoom oder Teams ersetzt werden. Auch bei der Neukundengewinnung muss genügend Zeit für offline Kontakt-Aufbau eingeplant werden, um Vertrauen aufzubauen. Das bedeutet nicht, dass man digitale Services wieder zurückfahren soll. Es bedarf auch weiterhin der technologischen Investitionen für die nächste Normalität.

Schlussbemerkung

Die Entwicklungen in der Ukraine werden sicherlich – in unterschiedlichen Formen – neben humanitären auch wirtschaftliche Auswirkungen haben, die zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzbar sind.

Gerne können Sie mich für ein Gespräch kontaktieren: p.voithofer@voithofer.cc.

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